|
Daktyloskopie
zurück
Daktyloskopie, was ist das?
Daktyloskopie = "Fingerschau"
(griech."Daktylos" = Finger, "skopein" = schauen)
Die Daktyloskopie ist das sicherste und bewährteste
Verfahren zur Identifizierung von
Die so genannten Hautleisten
eines jeden Menschen sind individuell und nicht vererbbar. Selbst
eineiige
Zwillinge mit identischen Erbanlagen haben unterschiedliche Hautleistenbilder.
Von Natur aus sind diese Hautleistenbilder vom ca. 4. Embryonalmonat an bis zur
Auflösung des Körpers nach dem Tode unveränderlich.
Fingerabdrücke entstehen durch
Übertragung von Substanzen wie Schweiß beim Berühren von Gegenständen und sind
in der Regel mit dem bloßen Auge nicht zu sehen. Sie können unter Umständen sehr
lange haltbar sein und mit verschiedenen Methoden sichtbar gemacht werden.
Die
Natur zeigt uns viele ähnliche Beispiele:
Gestern und Heute
Schon ab 2000 v. Chr. wurden in Ägypten, China und Japan
Fingerabdrücke zur Identifizierung in Zivilangelegenheiten genommen. Mitte des
19. Jahrhunderts hielt die Daktyloskopie Einzug in die Kriminalistik. Bereits
1902 regte der damals 19jährige Robert Heindl die Einführung der Daktyloskopie
für die deutsche Polizei an. Am 01.04.1903 richtete das Land Sachsen die erste
Daktyloskopische Landeszentrale ein.
Neben klassischen Arbeitsmitteln wie Lupe,
Zählnadeln und Vergleichsgerät (siehe unten) nutzen Daktyloskopinnen /
Daktyloskopen heute auch modernste Computersysteme wie das AFIS.
(Automatisiertes-Fingerabdruck-Identifizierungs-System).
|
 |
 |
 |
 |
|
Lupe |
Vergleichsgerät |
AFIS |
Im Falle der Identifizierung
eines Tatverdächtigen fertigen Sachverständige für Daktyloskopie ein Gutachten
und vertreten dieses gegebenenfalls vor Gericht.

Muster, Linien, Eigenarten
Die
Hautleistenbilder werden in vier Grundmuster unterteilt:
|
 |
 |
 |
 |
| Wirbel |
Schleife rechts |
Schleife links |
Bogen |
Im Verlauf der Hautleisten zeigen sich
charakteristische Besonderheiten, so genannte anatomische Merkmale:
-
Beginn und Ende von Papillarlinien
-
Ausweichende
-
Linienverästelungen
-
Haken
-
Gabelung
-
Punkt
-
Auge
-
Insel
-
Eingelagerte Linie
-
Eingelagerte Schleife
-
Sonderheiten
Durch individuelle Vorgehensweise
(z.B. dem "Greifverhalten") hinterlassen Menschen oft nur Fragmente von
Abdrücken auf Gegenständen. Darüber hinaus sind eine Reihe von Faktoren für die
"Qualität" und Haltbarkeit einer Spur verantwortlich:
-
der Spurenverursacher (z.B.
Schweißabsonderung),
-
die Beschaffenheit des Spurenträgers (z.B.
Oberfläche und Saugfähigkeit),
-
die Entstehungsbedingungen (z.B. Stärke und
dauer des Druckes),
-
äußere Einwirkungen (z.B. Wettereinflüsse).
dementsprechend stellen sich die
anatomischen Merkmale in Spuren oft nicht so "schön" und deutlich wie im oberen
gezeigten Beispiel dar.
AFIS
(Automatisiertes- Fingerabdruck-Identifizierungs-System)
1993 wurde das Computersystem AFIS mit bundesweiter
Vernetzung eingeführt. Mehr als 30.000.000 Fingerabdrücke von über 3.000.000
Personen sind zur Zeit im AFIS anonymisiert gespeichert.
AFIS ermöglicht u.a. einen bundesweiten Abgleich,
der im System gespeicherten Finger- und Handflächenabdrücke mit Tatortspuren.

Labor
Zur Sichtbarmachung latenter daktyloskopischer
Spuren mit physikalischen und chemischen Methoden steht dem Dezernat 54 ein
modernes Labor zur Verfügung. Hier werden z.B. Rauschgiftpakete, Falschgeld und
Waffen auf Fingerspuren untersucht
Das Dezernat 54 im
Landskriminalamt Niedersachsen
Aufgabenbereiche:
1. Bearbeitung von Tatortspurenkarten aus
Niedersachsen
2.
Zentrale Finger-, Handflächenabdruck und Spurensammlung für Niedersachsen
3.
Verbindungsstelle zwischen den Dienststellen in Niedersachsen und dem BKA
bei
Personenfeststellungsverfahren.
zurück
Quellen:
Lehr- und Studienbrief Kriminalistik Nr. 6
-Erkennungsdienst/Daktyloskopie- (1994), BKA Schriftenreihe Band 51
-Daktyloskopie- von Helmuth Prante (1982)
|
Letzte Änderung am
30.12.2008
|
©1998 - 2009 Klaus
Menzel |
|